Adipositas-Chirurgie

Wir als Schwerpunktpraxis Ernährungsmedizin haben uns auf die Vor- und Nachsorge bei Adipositas-Chirurgie spezialisiert

Durch enge Kooperationen mit Psychologen und Chirurgen bieten wir Ihnen eine umfassende Betreuung und Beratung rund um das Thema bariatrische Chirurgie bei Adipositas.
In unserer Praxis werden Sie intensiv durch unser ernährungstherapeutisches Team auf den bevorstehenden Eingriff vorbereitet und nach der Operation weitere 2 Jahre umfassend betreut. Unsere speziell hierfür ausgebildeten Ernährungsfachkräfte analysieren Ihr Essverhalten und erfassen mögliche Störungen und Barrieren, die den Anforderungen einer Operation im Wege stehen könnten. Im Beratungsgespräch werden Sie insbesondere über die notwendige Mitarbeit vor und nach einer bariatrischen Operation aufgeklärt.

In Fachzeitschriften haben wir zu diesem Thema folgende Artikel veröffentlicht:

 

Therapieprogramme zur Gewichtsreduktion als Voraussetzung

In unserer Praxis bieten wir Ihnen außerdem die Möglichkeit der Teilnahme an den 12 monatigen Therapieprogrammen M.O.B.I.L.I.S. und DOC WEIGHT® zur Gewichtsreduktion. Diese zählen zu den Voraussetzungen, seitens der Krankenkassen, zur Kostenübernahme einer bariatrischen Operation. Weitere Informationen dazu finden Sie hier in der Kategorie Abnehmen, oder unter folgenden Links:

www.mobilis-programm.de
www.docweight.de

Adipositas-Selbsthilfegruppe

Zum Austausch von Sorgen und Nöten und als Stütze in der neuen Lebenssituation bieten Selbsthilfegruppen eine gute Plattform. Eine solche Selbsthilfegruppe trifft sich auch in unserer Praxis jeden ersten Freitag sowie jeden zweiten Mittwoch im Monat um 18:00 Uhr.
Egal ob Sie einen bariatrischen Eingriff nur in Erwägung ziehen, kurz davor stehen oder schon einen Operation hinter sich haben, bei Interesse sind Sie herzlich eingeladen, in diese gemischte Gruppe rein zu schnuppern. Dort können Sie Erfahrungen austauschen und viele auftauchende Fragen können durch andere Betroffene beantwortet werden.

Kontakt per Mail: treffen@shg-muenster.de
persönlicher Ansprechpartner Herr Seeliger: hartmut1949@googlemail.com
Außerdem hat unsere Selbsthilfegruppe auch eine eigene Facebook-Seite. Schauen Sie einfach nach unter: Adipositas-Selbsthilfegruppe-Münster!

Weitere Interessante Links:
Adipositas-Selbsthilfe-Deutschland e.V. www.acsdev.info
Adipositasverband International www.adipositasverband-international.de

Unsere Betreuung vor einer bariatrischen Operation

Wir bereiten Sie intensiv auf den für Sie bevorstehenden Eingriff vor.
Bereits 6 Monate vor der bariatrischen Operation werden Sie in Einzelgesprächen ärztlich und durch unsere speziell hierfür ausgebildeten Ernährungsfachkräfte über medizinische Voraussetzungen aufgeklärt und auf die Ernährungsgrundsätze vor und nach dem chirurgischen Eingriff vorbereitet.

Erfasst werden dabei Vorerkrankungen, der bisherige Gewichtsverlauf, Versuche der Gewichtsreduktion, der aktuelle Lebensstil, sowie Ess- und Bewegungsgewohnheiten. Dazu müssen Bewegungsprotokolle und Ernährungsprotokolle erstellt werden. Unsere Ernährungsfachkräfte analysieren Ihr Essverhalten und erfassen mögliche Störungen und Barrieren, die den Anforderungen nach der Operation im Wege stehen könnten.

Ergänzend, zur Einschätzung der Eignung für eine bariatrische Operation durch das ernährungstherapeutische Team, ist eine Begutachtung durch einen Facharzt für Psychiatrie oder Psychotherapie notwendig. Durch unsere engen Kooperationen mit Psychologen helfen wir Ihnen bei der Kontaktaufnahme und bei der Vorbereitung auf dieses Gespräch. Sollte dieser Facharzt einem entsprechenden Eingriff zustimmen, erfolgt die Vorstellung in einem Zentrum mit Erfahrung in der Adipositaschirurgie. Gemeinsam im Team wird die für Sie geeignete Operationsmethode ausgewählt.

Unsere Betreuung nach einer bariatrischen Operation

Das Ernährungsmedizinische Nachsorgeprogramm unserer Praxis erstreckt sich über 2 Jahre. Ärztliche Nachuntersuchungen erfolgen im ersten Jahr nach einem bariatrischen Eingriff vierteljährlich und im zweiten Jahr halbjährlich. Diese umfassen neben der Erhebung des Ernährungs- und Bewegungsstatus auch die Beurteilung der psychischen Situation. Die Körperkompartimente werden mittels bioelektrischer Impedanzanalyse (BIA) ermittelt und spezifische Laborparameter/Blutwerte bestimmt.

Ein wesentlicher Bestandteil des Nachsorgeprogramms ist außerdem die Beratung durch unsere spezialisierten Ernährungsfachkräfte. Diese beraten und betreuen Sie während des schrittweisen Kostaufbaus nach der bariatrischen Operation, durch Empfehlungen bezüglich Nahrungszusammensetzung, Lebensmittelauswahl, Konsistenz, Zubereitung, Nahrungsergänzung etc.

Kosten/Kostenübernahme durch Krankenkassen

Ein chirurgischer Eingriff kostet je nach Verfahren mehrere Tausend Euro. Dazu kommen Kosten für den Krankenhausaufenthalt und eventuelle Folgekosten. Die Adipositas-Chirurgie ist zwar schon seit vielen Jahren bekannt, die Krankenkassen in Deutschland übernehmen aber nur bei ca. 1/3 aller Patienten die Kosten. Um größtmögliche Chancen auf eine Kostenübernahme zu haben, sollten folgende Bedingungen erfüllt sein:

  • BMI > 40 oder > 35 bei Vorliegen mindestens einer Folgeerkrankung durch die Adipositas, z.B. Diabetes mellitus Typ 2
  • Teilnahme ohne Erfolg an mindestens einem sechs- bis zwölfmonatigen sog. multimodalen Therapieprogramm, das die Bereiche Ernährung, Bewegung und Verhalten abdeckt (z.B. M.O.B.I.L.I.S. oder DOC WEIGHT®)
  • Gutachten des behandelnden Arztes über den Krankheitsverlauf
  • Gutachten eines Psychiaters oder Arztes für psychosomatische Medizin, in welchem Kontraindikationen ausgeschlossen werden und der Eingriff empfohlen wird
  • Gutachten eines Chirurgen, der den Eingriff empfiehlt
  • Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe Adipositas über mindestens sechs Monate
  • Nachsorge nach dem chirurgischen Eingriff muss sichergestellt sein

Bei der Entscheidung für eine operative Maßnahme sollten Sie deshalb am besten sofort mit der Sammlung von Arztbriefen, Befundschreiben usw., die mit der Adipositas in Verbindung stehen, beginnen. Von der Antragsstellung bis zur tatsächlichen Operation können trotzdem noch ein bis zwei Jahre vergehen.

Verschiedene Operationsmethoden:

Eine pauschal für jeden Patienten zu empfehlende Operationsmethode gibt es nicht. Eine Verfahrenswahl erfolgt immer unter Berücksichtigung Ihrer individuellen Gegebenheiten wie BMI, Alter, Geschlecht, Begleiterkrankungen, Lebensstil, Beruf, etc.

Hier erhalten Sie eine kurze Übersicht über die verschiedenen Operationsmethoden:

  • Magenband
    Hier wird mit Hilfe eines Bands ein kleiner Vormagen, auch Pouch genannt, gebildet. Dieser Vormagen hat ein Volumen von ca. 15 ml. Durch das Band ist ein enger Kanal entstanden, der den Vormagen mit dem restlichen Teil des Magens verbindet. Da der Kanal nur einen sehr kleinen Durchmesser hat, kann die aufgenommene Nahrung nur verzögert in den Hauptmagen gelangen. Aufgrund des kleinen Volumens und der verzögerten Nahrungswanderung in den Hauptmagen, kann man nur sehr geringe Mengen aufnehmen. Das Verfahren des Magenbands wird allerdings heute immer weniger durchgeführt. Verschiedene Studien haben bewiesen, dass nach einem Magenband oft eine andere weiter Operation erfolgen muss. Das Band kann ausgetrickst werden, in dem man Essen und Trinken kombiniert oder vorwiegend breiige Nahrung und kalorienhaltige Getränke zu sich nimmt. Zudem können zahlreiche Komplikationen durch verrutschen des Bands oder durch Einschneiden des Bands in den Magen auftreten.
  • Schlauchmagen
    Die Nahrungseinschränkung wird hierbei durch eine Verkleinerung des Magens herbeigeführt. Der Magen wird zu einem Schlauch reduziert, in dem ein Großteil des Magens entfernt wird. Das verbleibende Volumen beträgt ca. 100 ml.
  • Magenbypass / Roux-en-Y-Bypass
    Hier erfolgt eine Kombination aus Nahrungseinschränkung und Mangelverdauung. Die Nahrungseinschränkung wird durch die Abtrennung des Magens hervorgerufen. Die Magentasche beträgt noch 20-90 ml und ist nicht mit dem Restmagen verbunden. Es wird ein neuer Magenausgang geschaffen, an welchen der Dünndarm angeknüpft wird. Der abgetrennte Magen verbleibt dennoch im Körper. Der Darm wird dabei so verändert, dass die Verdauungssäfte erst später mit der Nahrung in Kontakt kommen und so eine Mangelverdauung bewirken.
  • Biliopankreatische Diversion
    Bei dieser Methode steht, durch die Umleitung der Galle und Bauchspeicheldrüse, die Mangelverdauung im Vordergrund. Der gemeinsame Verdauungskanal hat nur noch eine Länge von 50 cm und das Magenvolumen beträgt etwa 200 – 300 ml.
  • Biliopankreatische Diversion mit Duodenal Switch
    Diese Verfahren ist eine Erweiterung der biliopankreatischen Diversion. Es erfolgt auch hier eine Umleitung der Galle und Bauchspeicheldrüse, aber mit Erhalt des Magenpförtners. Hierbei wird ein Schlauchmagen gebildet und der Magenpförtner kann erhalten bleiben. Der Magen verkleinert sich dabei auf ein Volumen von ca. 75 – 150 ml.

 

Bei weiteren Fragen und Interesse stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Vereinbaren Sie einen Termin in unserer Sprechstunde!

 


Externe Kooperationspartner im Bereich Adipositas-Chirurgie:

Adipositas-Centrum Münster im Herz-Jesu-Krankenhaus
Prof. Dr. Rüdiger Horstmann, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie
Dr. Canan Toksoy, Fachärztin für Viszeralchirurgie und Spezielle Viszeralchirurgie, Leiterin der Adipositas-Sprechstunde