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Diabetes


Besser mit Diabetes leben.
In unseren Schulungen erhalten Sie das notwendige Wissen und Antworten auf all Ihre Fragen. Der sprichwörtliche medizinische Fortschritt zeigt sich gerade auch bei der Behandlung von Diabetes mellitus. Neue Medikamente, teilweise noch bevor Sie in Deutschland auf Rezept erhältlich sind, können wir Ihnen im Rahmen von Studien anbieten. Insbesondere Menschen mit Typ-1-Diabetes profitieren von der Behandlung mit Insulinpumpe und/oder Glukosesensor. Unsere Fußambulanz ist auf die Behandlung von Patienten mit diabetischem Fußsyndrom spezialisiert. Schwangere erhalten umfassende Untersuchungen und Beratungen rund um das Thema Schwangerschaftsdiabetes.


Schulungen

Bei Patienten mit Typ-2-Diabetes führen wir unterschiedliche Schulungen durch, je nachdem ob der Patient mit Ernährung, Medikamenten oder Insulin behandelt wird. Selbstverständlich können Sie in Bezug auf den Wochentag und die Tageszeit wählen, so dass Sie auch als Berufstätiger bei uns einen Schulungstermin finden. Wenn erforderlich werden Sie auch in Einzelgesprächen intensiv geschult, so zum Beispiel auch bei Schwangerschaftsdiabetes.

Regelmäßig bieten wir auch Schulungen für die intensivierte Insulintherapie (ICT) an. Diese Schulung richtet sich insbesondere an Menschen mit Typ-1- Diabetes, die erst kürzlich die Diagnose Diabetes erhalten haben. Schulungen für die Insulinpumpe erfolgen fast ausschließlich ambulant und in Kleingruppen. Bei Problemen mit Unterzuckerungen (Hypoglykämien) können Sie an einem speziellen Wahrnehmungstraining für Unterzuckerungen teilnehmen.

Selbstverständlich bieten wir auf besonderen Wunsch auch qualifizierte Einzelberatungen durch unsere DiabetesberaterInnen an.

Unsere Schulungen bei Diabetes im Überblick

  • Diabetes ohne Medikamente behandelt
  • Diabetes mit Medikamenten behandelt
  • Diabetes mit Insulin behandelt
  • intensivierte Insulintherapie (ICT)
  • Patienten im höheren Lebensalter
  • Typ-1-Diabetes
  • Insulinpumpentherapie
  • Hypoglykämiewahrnehmungstraining (BGAT; Hypos)
  • Diabetesschulungen für türkische Patienten

Neue Medikamente

Die Therapiemöglichkeiten bei Diabetes verbessern sich stetig. Insbesondere werden neue Medikamente entwickelt, die nicht nur den Blutzucker sondern auch das Körpergewicht senken. Hierzu zählen sogenannte GLP-1-Analoga und SGLT-2-Inhibitoren. Interessierte können in unserer Praxis kostenlos an Studien mit bereits zugelassenen sowie noch nicht zugelassenen Medikamenten teilnehmen. Fahrtkosten werden erstattet.

Dazu ein Artikel zum nachlesen:


Insulinpumpe

Bei vielen Menschen mit Typ-1-Diabetes ist eine Insulinpumpe die beste Wahl. Aufgrund unserer langjährigen Erfahrung ist die (Neu-) Einstellung auf eine Insulinpumpe ambulant in unserer Praxis möglich. Wir verwenden alle in Deutschland erhältlichen Insulinpumpen. Seit Sommer 2010 gibt es in Deutschland auch Insulinpumpen ohne Schlauch. Zahlreiche unserer Patienten tragen bereits eine solche sogenannten Patchpump (deutsch: Klebepumpe).

In Einzelgesprächen und Gruppenschulungen beraten und betreuen
Sie unsere qualifizierten Diabetesberaterinnen und Diabetesassistentinnen umfassend im alltäglichen Umgang mit einer Insulinpumpe.
Von der Beantragung einer Insulinpumpe bis hin zur individuellen
Therapieeinstellung stehen Ihnen unsere speziell hierfür ausgebildeten
Fachkräfte zur Seite.

Neben einer fachgerechten Betreuung erfordert die Insulinpumpentherapie zudem ein hohes Maß an Wissen, Eigenverantwortung und Motivation von den jeweiligen Patienten. Im Gegenzug erhalten Sie größere Flexibilität im Alltag, gesteigertes Wohlbefinden und die Möglichkeit einer besseren Stoffwechseleinstellung.

Um Ihnen bei der Entscheidung zu helfen, ob die Insulinpumpentherapie auch für Sie in Frage kommt,  haben wir im Nachfolgenden einige Informationen für Sie zusammengestellt. Von der Funktionsweise, über Vor- und Nachteile einer Pumpe, bis hin zur Voraussetzung für eine solche Therapie.

Wie funktioniert eine Insulinpumpe?
Bei der Insulinpumpe gelangt das Insulin aus einer Ampulle, welche sich in der Pumpe befindet, über ein Infusionsset (Katheter) mit einer Stahl- oder Teflonkanüle in das Unterhautfettgewebe. Durch einen Schlauch ist die Pumpe mit dem Katheter verbunden.
Der Katheter selbst wird direkt am Körper (z.B. Bauch) getragen bzw. mittels Pflaster aufgeklebt und muss vom Träger selbst alle 1-3 Tage neu gelegt werden. Zur Grundausstattung einer Pumpe gehört eine entsprechende Schützhülle oder Tragetasche, welche es ermöglicht diese am Gürtel oder in der Hosentasche zu tragen.
Inzwischen gibt es wie bereits erwähnt auch “schlauchlose” Pumpen, sogenannte Patch Pumps. Diese werden direkt am Körper getragen bzw. aufgeklebt und per Funk bedient.

Die Insulinpumpentherapie ist der natürlichen Insulinversorgung eines Menschen ohne Diabetes am nächsten.
Von der Pumpe wird wie beim Nicht-Diabetiker nur schnell wirksames Insulin abgegeben. Dabei erfolgt eine Trennung in einen basalen Insulinbedarf (Basalrate) und in einen mahlzeitenabhängigen Anteil (Bolus).
Die mahlzeitenunabhängige Basalrate wird zuvor in der Pumpe einprogrammiert und automatisch über den Tag verteilt in kleinen Dosen abgegeben. Die Abgabe des für Mahlzeiten oder als Korrektur benötigten Insulins wird mit einem Bolus per Knopfdruck vom Träger selbst ausgelöst

Allerdings misst die Pumpe nicht selbst den Blutzucker und hält ihn im Normbereich. D.h. das Blutzuckermessung und entsprechende Insulinanpassung weiterhin vom Träger selbst vorgenommen werden müssen.

Vorteile einer Insulinpumpe:

  • Stabilere Stoffwechseleinstellung, verbesserte Nüchtern-Blutzuckerwerte & weniger Unterzuckerungen möglich
  • Flexible Möglichkeit der Basalratenanpassung bei z.B. Sport oder Krankheit
  • Vermeidung von Folgeschäden durch normnahe Blutzuckerwerte
  • Individuelle Therapieanpassung bei Schichtarbeit möglich
  • Verbesserte Flexibilität im Alltag
  • Steigerung von Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden
  • Keine zusätzliche Insulininjektion per Pen oder Spritze nötig

Nachteile einer Insulinpumpe:

  • Pumpe und Katheter werden 24 Stunden täglich am Körper getragen
  • Gefahr technischer Defekte, mit entsprechenden Folgen, z.B. Ketoazidose
  • Risiko von Hautirritationen, Infektionen oder allergischen Reaktionen
  • Relativ teure Therapieform

Geeignete Patientengruppen für eine Pumpentherapie:

  • Menschen mit Diabetes, die trotz einer intensivierten konventionellen Therapie keine gute Blutzuckereinstellung erreichen
  • Menschen mit Diabetes mit häufigen, schweren Unterzuckerungen
  • Menschen mit Diabetes mit verminderter Unterzuckerungswahrnehmung
  • Menschen mit Diabetes mit bereits aufgetretenen Folgeerkrankungen
  • Menschen mit Diabetes mit einem sehr niedrigen Insulinbedarf
  • Frauen mit Diabetes mit Kinderwunsch
  • Kinder mit schwankendem Insulinbedarf

Voraussetzungen für die Insulinpumpentherapie:

  • Hohes Maß an Motivation
  • Kenntnisse in der Behandlung des Diabetes mittels ICT, welche in einer Schulung erlangt und mindestens ½ Jahr durchgeführt wurden
  • Mindestens 4 protokollierte Blutzuckermessungen täglich (vor den Mahlzeiten und vor der Nacht), sowie gelegentliche Messungen zwischen 2-3 Uhr in der Nacht
  • Bereitschaft zur dauerhaften Kooperation mit dem betreuenden Diabetologen
  • Technische Fähigkeit und Sorgfalt im Umgang mit der Pumpe und ihrem Zubehör

Nicht allen Menschen mit Diabetes wird von der Krankenkasse eine solche Therapie genehmigt. Zahlreiche Nachweise, wie z.B. der Nachweis medizinischer Notwendigkeit, müssen vom behandelnden Diabetologen erbracht werden. Der Patient selbst muss eine ausführliche Dokumentation der Therapie der letzten 3 Monate nachweisen. Dazu gehören unter anderem Blutzuckerwerte, Basal-/Bolusinsuline der ICT, konsumierte BE/KE und einiges mehr.
Nach Genehmigung durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung erfolgt ein 3 monatiges Probetragen der Insulinpumpe, worauf folgend ein Nachweis des Therapieerfolges erbracht werden muss.


Glukosesensor

Ein Glukosesensor dient der kontinuierlichen Glukosemessung.
Dies erfolgt durch eine winzige Elektrode, die im Unterhautfettgewebe eingeführt wird, und bis zu 7 Tage lang getragen werden kann.
Hauptsächlich wird der Glukosensor als Entscheidungshilfe bei Beginn und/oder Anpassung der Diabetestherapie verwendet. Verschiedene Therapieformen, wie z.B. die Insulinpumpentherapie, können optimal eingeleitet und individuell angepasst werden.

Der Sensor misst alle 10 Sekunden den Gewebezucker, ermittelt daraus alle 5 Minuten einen Durchschnittswert und übermittelt diesen durch einen integrierten Sender  per Funk an ein Empfangsgerät. Die quasi kontinuierliche Messung lässt den vollständigen Glukoseverlauf des Tages und der Nacht auf einen Blick erkennen. Änderungen der Glukosekonzentration im Verlauf lassen sich durch spätere Auswertung graphisch darstellen. So können z.B. versteckte Schwankungen des Blutzuckers erkannt werden.
Zusätzlich gibt es die Möglichkeit Ober- und Untergrenzen des Zielzuckers einzugeben. Alarme machen auf ein Überschreiten der Grenzen aufmerksam und können so Über- und Unterzuckerungen verhindern.

Das Setzen des Sensors erfolgt mit Hilfe einer sogenannten automatischen Insertionshilfe. Dabei wird die Messelektrode über eine Nadel in das Unterhautfettgewebe am Bauch eingeführt. Nach entfernen der Nadel verbleibt die winzige, weiche Elektrode direkt unter der Haut. Die Anlage des Sensors verläuft in der Regel schmerzfrei und geht ohne weitere Komplikationen mit einem geringen Infektionsrisiko einher.


Fußambulanz

Unsere Fußambulanz ist auf die Behandlung von Menschen mit Diabetes und Fußproblemen spezialisiert. Wir verfügen über alle Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten und behandeln sämtliche Stadien des diabetischen Fußsyndroms – in der Regel ambulant.

 


Schwangerschaftsdiabetes

Als Schwangerschaftsdiabetes bezeichnet man eine Erhöhung des Blutzuckers, welche erstmals in der Schwangerschaft auftritt. Schwangerschaftsdiabetes wird bei ca. 5 % der deutschen Schwangeren diagnostiziert.
Ein Schwangerschaftsdiabetes wird in der Medizin als Gestationsdiabetes bezeichnet.

Zuckerbelastungstest bei jeder Schwangerschaft empfohlen

Festgestellt werden kann ein Schwangerschaftsdiabetes durch einen Zuckerbelastungstest, den sogenannten oralen Glukosetoleranztest (oGTT). Diesen sollte jede Schwangere in der 24. bis 28. Schwangerschaftswoche durchführen lassen.
Der oGTT wird morgens nüchtern durchgeführt. Nach dem Messen des Nüchternblutzuckers wird eine 75g Zuckerlösung gereicht, welche innerhalb von 4 Minuten getrunken werden sollte. Im Anschluss erfolgen 2 erneute Blutzuckermessungen, jeweils 1 Stunde und 2 Stunden nach dem Trinken der Zuckerlösung. Bei Überschreiten festgelegter Grenzwerte für den Blutzucker liegt ein Schwangerschaftsdiabetes vor.

Grenzwerte für den Blutzucker im oGTT bei einer Schwangerschaft:

  • Nüchtern 92 mg/dl
  • Nach 1 Stunde 180 mg/dl
  • Nach 2 Stunden 153 mg/dl

Die Wahrscheinlichkeit für einen Schwangerschaftsdiabetes ist erhöht bei Vorliegen folgender Risikofaktoren:

  • Übergewicht (Body-Mass-Index vor der Schwangerschaft > 27 kg/m2)
  • Diabetes mellitus Typ 2 bei Eltern oder Geschwistern
  • Schwangerschaftsdiabetes in einer vorangegangenen Schwangerschaft
  • Vorangegangene Geburt eines Kindes mit einem Geburtsgewicht über 4500 g
  • Missbildungen des Kindes in einer früheren Schwangerschaft
  • Vorangegangene Totgeburt
  • Mehr als drei Fehlgeburten hintereinander

Wenn bei einer Schwangeren ein oder mehrere dieser Risikofaktor(en) vorliegen, sollte der oGTT bereits im ersten Schwangerschaftsdrittel gemacht werden. Bei unauffälligem Ergeb­nis wird empfohlen, den oGTT sicherheitshalber im Laufe der Schwangerschaft zu wieder­holen.

Gesunde Ernährung ist die beste Medizin

Die Therapie des Schwangerschaftsdiabetes besteht im Wesentlichen aus einer Verbesse­rung der Ernährung und Bewegung. Bei über 80 % aller Betroffenen kann der Schwanger­schaftsdiabetes auf diese Weise erfolgreich behandelt werden. Es sollten einfache Kohlen­hydrate (insbesondere Haushaltszucker) vermieden und stattdessen viele ballaststoffreiche Vollkornprodukte gegessen werden. Die Schwangere mit Diabetes lernt, selbst ihren Blutzu­cker zu messen. Diese Blutzuckerselbstmessungen erfolgen zunächst sechs Mal täglich, im weiteren Verlauf der Schwangerschaft bisweilen seltener. Wenn trotz verbesserter Ernäh­rung die Zielwerte für den Blutzucker überschritten werden, ist die Therapie mit Insulin emp­fohlen. Falls ein Schwangerschaftsdiabetes unentdeckt oder unbehandelt bleibt, kann dies zu großen und schweren Kindern führen und das Risiko für Komplikationen bei der Geburt erhöhen.

Blutzucker-Grenzwerte im Alltag bei einer Schwangerschaft:

  • Nüchtern 95 mg/dl
  • 1 Stunde nach dem Essen 140 mg/dl
  • 2 Stunden nach dem Essen 120 mg/dl

Sechs bis zwölf Wochen nach der Geburt sollte der oGTT wiederholt werden, um den Blut­zucker zu kontrollieren. Bei mehr als 95 % der ehemaligen Frauen mit Schwangerschaftsdi­abetes sind die Blutzuckerwerte nach der Entbindung normal.

Frauen mit Typ-1-Diabetes sind am besten mit Insulinpumpe behandelt

Bei Frauen mit Typ-1-Diabetes, die schwanger werden wollen, wird empfohlen, die Blutzu­ckerwerte bereits vor der Empfängnis zu normalisieren. Auch während der Schwangerschaft werden möglichst gute Blutzuckerwerte angestrebt, um die Gesundheit des werdenden Kin­des sicherzustellen. Dies kann am besten durch eine Insulinpumpentherapie erreicht wer­den. Dies ist auch der Grund, warum bei Frauen mit Typ-1-Diabetes und Kinderwunsch eine Insulinpumpentherapie von den Krankenkassen in der Regel genehmigt wird.


Glossar

Wir bemühen uns, unsere Seiten so informativ und verständlich wie möglich zu gestalten, aber gerade bei so komplexen Themen wie Diabetes kommt man um eine Vielzahl von Fachbegriffen nicht herum. Als kleine Hilfe haben wir darum einen Glossar angelegt, in dem Fachbegriffe nachgeschlagen werden können. Sie können ihn über die Navigation (Diabetes -> Glossar) oder diesen Link erreichen.